Die Debatte um Anti-Aging-Produkte bei junger Haut (unter 30 Jahren)

Ab wann altert die Haut? Kann man wirklich gegen Falten cremen? Solche Fragen rund um das Thema „Anti-Aging“ sollten einem frühestens mit Ende 20 interessieren. Denn erst dann nimmt die Zellaktivität ab, die Zellerneuerung verlangsamt sich und die ersten Falten werden sichtbar. Trotzdem kommt es häufig vor, dass mich (mit 24 Jahren) ein Produkt aufgrund seiner Beschreibung oder Inhaltstsoffe interessiert, die Verpackung aber mit der Aufschrift „Anti-Aging“ versehen ist. Soll ich dann die Finger davon lassen? Tatsächlich können einige Anti-Aging-Produkte bei zu früher Anwendung schädlich für die Haut sein. Retinoiden (Vitamin A) und Alpha-Hydroxy-Säuren (AHAs) können junge Haut durchlässiger und lichtempfindlicher machen und zu reichhaltige Cremes und Öle die Haut verstopfen. Doch ich sage: es kommt drauf an. Zum einen hängt das „wahre Alter“ der Haut auch vom Lebensstil und Umwelteinflüssen ab. In meinem Fall:

  • Zwar verzichte ich komplett auf’s Rauchen
  • und trinke nur mäßig Alkohol (bin eher der gemütliche Rotweintrinker)
  • doch ist meine Haut in einer Großstadt wie Berlin belastenden Umwelteinflüssen ausgesetzt
  • außerdem stehe ich gerne mal unter Stress (hauptsächlich wenn das Uni-Leben und die Selbstständigkeit aufeinander prallen)
  • schlafe nicht immer genügend (wenn Mrs. Perfectionist noch bis 4 Uhr nachts am Video schneiden möchte)
  • oder ernähre mich nicht immer gesund (Wassertrinken ist nicht meine Stärke)

Ich meine, ich könnte durchaus von einigen Anti-Aging-Produkten profitieren. Ich schwärme sehr häufig von meinen AHA-Produkten, denn bei mir bewirken sie Wunder statt zu Rötungen zu führen. Zum anderen kommt es noch darauf an, welche Wirkstoffe das Produkt denn letztendlich enthält. Ich habe hier zwei Positiv-Beispiele für Produkte, die zwar Aufschriften wie „Anti-Wrinkle“ und „Line-Reducing“ haben, meiner jungen Haut trotzdem aber Gutes tun können.
Kiehl’s Powerful-Strength Line-Reducing Concentrate*. Zugegeben, die Beschriftung hätte mich definitiv nicht zum Kauf verleitet. Doch mir wurde diese Creme vorgeschlagen – auch nach meiner Bemerkung „Ich bin aber erst 24 ;)“. Also gab ich ihr eine Chance. Nun hatte ich sie etwas mehr als 2 Monate in Gebrauch und ich muss sagen: Mit ihr fühl ich mich besser. Ich trage sie tagsüber über der Tagespflege und unter dem Make-Up. Dadurch wirken meine Poren nicht nur verkleinert (das erwarte ich sonst von einem Primer), langfristig hatte ich tatsächlich ein besseres und strahlenderes Hautbild. Fast 2 Wochen habe ich sie „abgesetzt“ und bemerkte eine Verschlechterung. Der womögliche Grund? Das Produkt enthält 10,5% reines Vitamin C. Vitamin C ist ein Antioxidant, macht somit freie Radikale (Stichwort Umwelteinflüsse), die die Zellen zerstören, unschädlich und sorgt bei einer so hohen Konzentration dafür, dass sich alte Hornschichtzellen ablösen. Daher wohl der strahlende Teint. Es handelt sich hier also fast mehr um ein Peeling, als um ein Anti-Aging-Produkt. Ich würde dieses Produkt durchaus weiterempfehlen – ob jungen Menschen mit ähnlichen Hautproblemen (fahler Teint, große Poren) oder meiner Mutter. Was ich allerdings beim Powerful-Strength Line-Reducing Concentrate bemängeln muss ist der Geruch. Es riecht etwas streng und erinnert mich in Kombination mit der Konsistenz schlichtweg an Kleber. Aufgrund der Silikone würde ich es außerdem nicht als wirkliches Serum anwenden, sondern als letzten Schritt der Tagespflege unter’s Make-Up auftragen wie einen Primer.
Caudalie Overnight Detox Oil*. Dieses Nachtöl wirkt ebenfalls antioxidativ und soll mit Hilfe von pflanzlichen Ölen Giftstoffe und Zellabfälle beseitigen, die Haut nähren und regenerieren. Der Bonus: die Inhaltsstoffe sind 100% natürlichen, nicht-tierischen Urpsrungs und enthalten auch keine Mineralöle. Ausgiebig getestet habe ich das Öl noch nicht, aber der Geruch ist schon mal super und dass ich Gesichtsöle liebe, wisst ihr spätestens seit diesem Post: Beauty-Helfer: Gesichtsöle.

Ich werde also grundsätzlich keinen Bogen um Anti-Aging-Produkte machen, Panik um Falten oder dergleichen habe ich aber noch lange nicht. Wie steht ihr zum Thema Anti-Aging? Geht es euch ähnlich oder lasst ihr lieber erstmal die Finger von? Da wir hier auch eine Menge Leser zwischen 25 und 44 haben, ist das sicherlich ein interessantes Thema. All die Glückspilze, die ihre Haut nur mit Wasser waschen und mit „nichts“ trotzdem super aussehen, dürfen diesmal aber nicht mitreden ;)

Written by Nisi

Oktober 4th, 2014 07:58 pm. Comments

9 Comments

  1. ich bin über 25 aber noch unter 30 also genau das Alter in dem man mit Antig Aging anfangen kann, aber auch viel falsch machen kann. Was ich gelernt habe: Finger weg von zu schweren Produkten. Ich greife lieber zu Produkten, die beschreiben, dass sie ersten Fältchen vorbeugen oder gegen Trockenheitsfältchen wirken. Von Ölen bin ich aber auch ein großer Fan. Das Konzentrat von Kiehl’s klingt super, das will ich mal probieren :)

  2. Spannendes Thema! Ich selbst habe das Gefühl, dass meine Haut für mein Alter eigentlich relativ fahl und faltenanfällig aussieht, benutze aber noch keine Anti-Aging-Produkte. Außer das Estée Lauder Advanced Night Repair Serum gilt als eines ;-)

  3. Ich habe bereits mit Anfang 20 „leichte“ Anti-Aging-Produkte verwendet da ich nur moisturizer einfach zu wenig fand. Irgendwann kam Clinique dann mit seiner Superdefense-Linie, auf die ich dann komplett umgestellt habe. Das sind Produkte (mittlerweile Tagescreme, Nachcreme, Augenpflege und CC Cream), die neben moisturizer angereichert sind mit antioxidativen Inhaltsstoffen, einem LSF etc. So etwas finde ich perfekt für „die 20er“. Mittlerweile bin ich Anfang 30 und greife schon zu den „fortgeschrittenen“ Texturen… :)
    Nur von der Estée Lauder Advanced Night Repair Eye Cream bin ich sehr enttäuscht. Diese habe ich mit Anfanh 20 angefangen zu verwenden. Mit Ende 20 hatte ich (trotz eines mE vergleichsweise sehr gesunden Lebensstils) plötzlich eine dicke Falte und dem einen Auge. Seitdem habe ich so einiges durchprobiert, bin aber mit nichts so richtig zufrieden. Ich glaube ich probiere mal die neue Le Lift von Chanel…

  4. Ich bin 26 ^^ Habe noch nicht mit richtigen Anti-Aging Produkten angefangen. Aber ich habe schon bemerkt das meine Haut mehr Pflege und vor allem MEHR SCHLAF braucht^^

    Ich habe mir für den Anfang zB die ALL ABOUT EYES RICH von Clinique geholt und bin sehr zufrieden =) Kann ich nur empfehlen. Ich habe trockene und empfindliche Haut.

    Für das Gesicht benutze ich eine Feutigkeitspflege von REN. Da ich Rosazea habe darf ich leider keine fettigen Produkte benutzen die meiner trockenen Haut gut tun würden =/….

    Aber das Wundermittel gegen „fale“ Haut ist definitiv SCHLAF und VIEL WASSER <3

    LG Brinaa
    http://www.the-little-thiings.com

  5. hey liebe Nisi, danke erstmal für den Post. Ich beschäftige mich auch seid einiger Zeit mit diesem Thema. Ich bin nun 27 und merke schon ganz leichte Veränderungen. Habe einige weiße Haare bekommen und leichte fältchen um die Augen. Aber wie du es auch gesagt hast, kanne s durchaus sein dass das einfach an der stressigen Lebensführung kommt, die man ja leider nicht ganz vermeiden kann. Ich bin ebefalls ein großer Fan von Säuren und Vitamin C + E und benutze sie fast täglich. Ich weiß dass viele jetzt behaupten dass es zu viel wäre, aber meine Haut sieht sonst schrecklich aus und ist voller unterlagerungen.
    Eine Empfehlung die ich aber aussprechen kann ist defitiv mit Augencreme anzufangen. Ob nun in form von reiner Feuchtigkeit oder eben ersten Antiaging inhaltsstoffen (welche wie gesagt ja auch nicht immer schlecht sein müssen für junge Haut). Ich habe mir vor ca. 2 Monaten eine Augenplfege von La Roche Posay gekauft und bin sehr begeistert. Die Fältchen sind weg. Ansonsten kann ich nur empfehlen SONNENSCHUTZ zu tragen, gerade wenn man Säure, Peelings oder Vitamin C benutzt.

  6. Ich bin 29 und benutze Anti-Aging-Produkte noch nicht gezielt. Dass sich in einigen meiner Pflegeprodukte beliebte Anti-Aging-Wirkstoffe (Retinol, Vitamin C, Hyaluronsäure, Polyphenole) finden, ist ein netter Nebeneffekt, aber nicht der Kaufgrund. Bisher bin ich mit einem gesunden Lebensstil ganz gut gefahren. Mal sehen, ab wann ich schwerere Geschütze auffahren muss, um die Zeichen der Zeit zu bekämpfen. :) Das mit dem Vitamin C hast du schon richtig erkannt. Das von dir genannte Produkt wirkt „nur“ oberflächlich. Um tiefer vordringen zu können und die Kollagenproduktion anzuregen, muss das Vitamin C in fettlöslicher Form (Ascorbyl Palmitae) enthalten sein, um durch den notwendigen Treiberstoff in die Zellmembrane vordringen zu können und die Lipide vor Oxidationsschäden durch freie Radikale schützen zu können. Das von dir genannte Produkt beinhaltet ja nur wasserlösliches Vitamin C (Ascorbinsäure). Ascorbinsäure = wasserlöslich. Ascorbyl Palmitat = fett- UND wasserlöslich (amphipathisch). Produkte, die dazu in der Lage sind, sind für gewöhnlich auch viel geringer konzentriert als 10,5%, da Ascorbyl Palmitat wesentlich stärker wirkt und auch beständiger ist.

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